David Leder – Großhandlung in Woll- und Baumwollabfällen
1914 - 1939Beschreibung
David Leder wird 1888 in Jassy, Rumänien geboren. Sein Vater Leon Leder gründet in Chemnitz ein Großhandelsunternehmen für Strümpfe und Handschuhe, wo David den Kaufmannsberuf erlernt. 1910 erhält er in der Firma seines Schwagers Julius Schwarzenberger Prokura. 1914 gründet er seine eigene Firma in Chemnitz in der Friedrich-August-Straße 9 und heiratet Lea Laura Bernstein. Mit dem Kriegseintritt Rumäniens im August 1916 wird David Leder in Holzminden interniert und die Firmen bis 1920 unter Zwangsverwaltung gestellt. 1920 geht er mit Familie nach Berlin und gründet 1921 ein Unternehmen für den Groß- und Einzelhandel mit Wolle und Baumwolle. Er ist erfolgreich als Großhändler für Woll- und Baumwollabfällen und beginnt Kunst zu sammeln. 1923 wird David Leder als Vertreter der Schuhfabriken Haug & Leonhardt AG in Eppendorf zum Aufsichtsratsmitglied bei der Chemnitzer Industrie- und Baubank gewählt. Zur gleichen Zeit beginnen wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1925 verlegt David Leder den Sitz seines Unternehmens nach Chemnitz. Gemeinsam mit Salomon Schwartz gründet er ein Strumpffabrikationsunternehmen. Schwartz tritt ein Jahr später wieder aus der Firma aus. Der Konkurs folgt 1928. 1930 ist er zurück in Berlin und Vertreter von Textilherstellern. 1938 vertritt David Leder insgesamt 28 Firmen. Er beschäftigt vier Untervertreter und eine Angestellte. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wird er verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht. 1939 reist er aus Deutschland aus und stirbt 1947 in London.
Autor(en): Norbert Brade, Carola Hütcher
Jetzt sind Sie gefragt!
Sie haben Hinweise, Korrekturen, Geschichten oder Fotos zu diesem Standort? Wir freuen uns über Hinweise an presse@industriemuseum-chemnitz.de