Heidenheim, Oppenheim & Co.

 1879 - 1939

Beschreibung

Der Kaufmann Gustav Heidenheim (1850-1899), Sohn eines Rabbiners, gründet 1879 eine Handschuhfabrik. 1883 wird ein modernes Firmengebäude an der Beckerstraße 13 errichtet und die Produktion auf Strumpfwaren ausgedehnt. Seit 1889 ist Heidenheims Schwager Hugo Max Oppenheim (1861-1921) Geschäftspartner. Nach dem Tod Heidenheims übernimmt diese Familie die Firma; der langjährige Prokurist Adolf Goldschmidt (1858-1916) wird Teilhaber. Die Markennamen ihrer Erzeugnisse lauten HOCO für Handschuhe und AGO für Strümpfe und zeugen von Qualität und Eleganz. Zweigniederlassungen in Markersdorf und Mittweida ergänzen den Standort. 1908-1910 erfolgt der Neubau und die Verlegung des Hauptsitzes der Firma in einen fünfgeschossigen Bau aus roten Klinkern in der Adorfer Straße 2 (heute Bruno-Salzer-Straße). Der Umsatz an Strick- und Strumpfwaren aus Wolle, Baumwolle und Seide steigt kontinuierlich an. Während des Ersten Weltkrieges wird die Armee beliefert. Trotz Bekenntnis zum Christentum wird die Familie Oppenheim als Juden eingestuft und verfolgt. Dr. Oppenheim wandert mit Familie nach England aus, weitere Familienmitglieder werden Opfer des nationalsozialistischen Judenmordes. 1939 wird Firma Heidenheim, Oppenheim & Co. aus dem Handelsregister gelöscht. Die Anna Arzberger Nachf. AG in Markersdorf wird „arisiert“ und firmiert bis 1945 als Strickwarenfabrik Schefer & Co.

Autor(en): Gisela Strobel, Carola Hütcher

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