Kaufhaus Schocken KG
1930 - 1939Beschreibung
Die Warenhauskette Schocken KG mit Stammsitz in Zwickau ist überwiegend in Sachsen ansässig - in mittelgroßen Städten wie Oelsnitz, Lugau, Aue und Crimmitschau. 1913 betreiben die Brüder Simon (1874-1929) und Salman Schocken (1877-1959) bereits neun Kaufhäuser mit 500 Angestellten. Nach dem Ersten Weltkrieg kommen Handelshäuser u. a. in Regensburg, Nürnberg und Stuttgart hinzu. 1930 ist die Schocken KG die viertgrößte Kaufhauskette Deutschlands. Im Mai 1930 eröffnet der Konzern in Chemnitz seine größte Filiale. Der halbrunde, klar gegliederte Bau, entworfen vom Architekten Erich Mendelsohn (1887-1953), fügt sich in den Straßenverlauf der Brückenstraße ein. Die Fenster reichen bis unter die Decke, dadurch werden die Artikel und der Verkaufsraum natürlich beleuchtet. Das Schocken-Kaufhaus steht für gute Ware für jedermann, sorgfältige Qualitätskontrolle, feste und niedrige Preise, gute Leistungen sowie unbeschränkten Umtausch gekaufter Produkte. 1931 gründet Salman Schocken als bekannter „Bücherwurm“ den Schocken-Verlag. Nach 1933 werden viele bewährte Mitarbeiter aus dem Geschäft verdrängt („Entjudung“) und müssen ihre Arbeit aufgeben. Die Familie wird enteignet. Salman Schocken emigriert 1934 nach Palästina, 1940 in die USA. Die Firma wird 1938 aus dem Handelsregister gelöscht und ab 1939 als Merkur AG geführt. Die Bombenangriffe im März 1945 übersteht das Gebäude nahezu unbeschädigt.
Autor(en): Gisela Strobel, Carola Hütcher
Jetzt sind Sie gefragt!
Sie haben Hinweise, Korrekturen, Geschichten oder Fotos zu diesem Standort? Wir freuen uns über Hinweise an presse@industriemuseum-chemnitz.de