L. Neumeyer, vorm. Beckert & Sohn, Nachf.

 1891 - 1938

Beschreibung

Leopold Neumeyer (1864-1936), verheiratet mit Emma Rosenau (1875-1966), gründet 1891 eine Möbelstoffgroßhandhandlung in Chemnitz. Er kauft 1895 die im Stadtteil Gablenz ansässige Firma Beckert & Sohn Nachf. und firmiert ab 1898 unter L. Neumeyer, vorm. Beckert & Sohn Nachf.

Die Firma entwickelt sich zu einem europaweit agierenden Hersteller von Möbelstoffen verschiedenster Art. Sie stellen zunächst (halb-)wollene und halbseidene Möbelstoffe her; später fertigen sie u.a. Druckmoquettes, Leinenplüsche, Gobelinstoffe, Tisch- und Diwandecken. 1903 verlegt die Firma ihren Sitz an die Dresdner Straße 80. Sohn Julius (1898-1971) absolviert eine Lehre im Modehaus Königsfeld sowie an der Höheren Webschule und Webereifachschule. 

Vater und Sohn sind sozial engagiert, u.a. in der Israelitischen Religionsgemeinde oder an der Chemnitzer Kunsthütte; zudem wird Julius Neumeyer das „Ehrenkreuz für Frontkämpfer“ verliehen. 1928 tritt er als Gesellschafter in die Firma ein, welche 1936 in eine KG umwandelt wird.

Nach der beginnenden Judenverfolgung versucht die Familie Neumeyer ab 1936 ins Ausland zu emigrieren. Die Familie wandert schließlich über Zwischenstationen in der Schweiz und in den USA 1939 nach Argentinien aus. Die Fabrikation wird 1939 eingestellt, die Firma 1940 liquidiert, das verbliebene Vermögen wird vom NS-Staat eingezogen.

Autor(en): Thomas Hormes, Carola Hütcher

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