Louis Lewy & Co. - Strumpf- und Handschuhfabriken

 1882 - 1938

Beschreibung

1882 gründen Louis Lewy (1850-1905) und Hermann Hirsch (1832-1920) in Chemnitz die Firma Louis Lewy & Co. Die Geschäftsinhaber sind sozial engagiert und Unterstützer der Israelitischen Religionsgemeinde sowie Förderer des Vereins Chemnitzer Wirkschule. Im Jahr 1900 folgt Adolf Hirsch seinem Vater Hermann als Firmenleiter. Louis Lewy stirbt 1905 ohne Nachfolger, doch der Firmenname wird beibehalten. Im März 1909 bezieht die Firma neue Räumlichkeiten in der Rochlitzer Straße 27/29. Adolf Hirsch Bruder Julius und sein Vetter Ernst Schwab werden 1913 Mitinhaber. Nach Adolfs Tod 1921 müssen sie die durch Krieg und Inflation geschächte Firme neu ausrichten, was ihnen bravourös gelingt. 

Als Hersteller von Strümpfen und Handschuhen erlangt die Firma Weltruf. Mit den von der Firma 1926 kreierten speziellen Sportstrümpfe “LEWA-STRUMPF“ und „HALTEFEST“ etabliert sich die Firma auf dem Markt als „Spezialfabrik für Sportstrümpfe“. 1932 hat die Firma ca. 250 Mitarbeiter und zusätzlich zahlreiche Heim- und Lohnarbeiter.

Im Zuge der Novemberpogrome wird Ernst Schwab in „Schutzhaft“ genommen und ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Die Inhaber des Familienunternehmens Lois Lewy & Co. OHG werden 1938 im Rahmen der „Arisierung“ genötigt, es an den Kaufmann Richard Nötzold aus Thum zu veräußern. 1939 wird es aus dem Firmenregister gelöscht. Die Familie wandert im selben Jahr nach England aus. Die Firma „Richard Nötzold KG“ wird 1952 in Volkseigentum überführt und 1957 liquidiert.

Autor(en): Thomas Hormes, Carola Hütcher

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