Mechanische Wollwarenfabrik Sachsen

 1902 - 1938

Beschreibung

Im Jahr 1897 gründen Hans Bernstein (1871-1948) und Louis Stern die Mechanische Wollwarenfabrik GmbH in Mühlhausen. Sie beginnen mit der Herstellung von Wollwaren und Seidenstickereien. Im Spätsommer 1902 verlagern sie ihren  Standort nach Chemnitz ins Erdgeschoss des Hauses Zwickauer Straße 117. 1904 scheidet Stern aus der Firma aus. 1905 vermählt sich Berstein mit Selma Heine. Im Mai 1920 zieht die vierköpfige Familie in eine 1908 erbaute Villa mit großem Garten in der Parkstraße 48 ein. Das Ehepaar Bernstein ist sozial engagiert: Sie sind aktiv im Israelitischen Hilfsverein, Jüdischen Frauenbund und Chemnitzer Kunsthütte. 1917 wird die GmbH aufgelöst. Es folgt die Gründung der Mechanischen Wollwarenfabrik Sachsen Hans Bernstein, die weiterhin Wollwaren, Sweaters und gestrickte Ärmelwesten herstellt. Bernstein beauftragt 1924 das renommierte Architekturbüro Kornfeld & Benirschke mit einem Fabrikneubau mit T-förmigem Grundriss an der Zwickauer Straße 173/175. Infolge der Wirtschaftskrise wird 1931 die Liquidation der Firma eingeleitet. 1934 wird Bernstein Opfer einer widerlichen Hetzkampagne. Infolgedessen sowie aufgrund zunehmender wirtschaftlicher Schwierigkeiten gibt die Familie ihre Villa auf und zieht in die Horststraße 3. Die Mechanische Wollwarenfabrik Sachsen wird im September 1937 aus dem Handelsregister gelöscht. Hans und Selma Bernstein wandern im Mai 1938 nach Holland aus, später über Frankreich und Kuba in die USA.

Autor(en): Norbert Brade, Carola Hütcher

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