Textil-Syndikat Gesellschaft mbH / Tesyra Verkaufsgesellschaft mbH
1922 - 1939Beschreibung
Am 06.07.1921 gründen Louis Goldschmidt, sein Bruder Jakob und das Bankhaus Schwarz, Goldschmidt & Co., die Textil-Syndikat Gesellschaft mbH in Berlin, welche sich mit der Herstellung und dem Handel von Strumpf- und anderen Wirkwaren befasst. 1921 verlegt Louis Goldschmidt seinen Wohnsitz nach Chemnitz und gründet dort 1922 eine Strumpffabrik im Hintergebäude der Ottostraße 11. Er zieht in die Ulmenstraße 10 und 1925 mit der Familie in die Ottostraße 11. Goldschmidt erwirbt weitere Fertigungsstätten in Gelenau und Meinersdorf; produziert dort Damenstümpfe und Herrensocken. Der Handel mit Strumpfwaren wird in die Tesyra Vertriebsgesellschaft überführt. Anfang des Jahres 1933 wird Louis Goldschmidt in den Hansa-Haus-Keller gebracht und dort auf brutale Weise misshandelt und schwer verletzt. Man schafft es, ihn zur Genesung in die Schweiz zu bringen. Ab 1933 leitet Goldschmidt die Firmen von Berlin aus und emigriert 1936 wegen der andauernden Repressalien nach London. Von dort aus versucht er die Generalvertretung für die gesamte Tätigkeit des Textil-Syndikats zu übernehmen. Die Tesyra Verkaufs-GmbH wird Ende 1937 liquidiert. 1938 wird die Dresdner Bank Hauptanteilseigner des Textil-Syndikats und die „Arisierung“ genehmigt. 1939 erwerben die Feindtrumpfgroßwerke A. Robert Wieland Auerbach (ARWA) das Unternehmen. Louis Goldschmidt baut sich in England mit der Gründung der Strumpffabrik Pantherella in Leicester eine neue Existenz auf.
Autor(en): Thomas Haferkorn, Carola Hütcher
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