Warenhaus H. & C. Tietz

 1913 - 1939

Beschreibung

Die deutschlandweit agierende Warenhauskette H. & C. Tietz eröffnet 1904 in Chemnitz eine Filiale, zunächst in der Inneren Johannisstraße. Schnell wird das Kaufhaus zu eines der „besten Adressen“ der Stadt. Der Neubau der größten Niederlassung in Sachsen an der Wiesenstraße/Poststraße, entworfen vom Architekten Wilhelm Kreis, wird 1913 eingeweiht. Mit seinen drei Lichthöfen und Glasdach entspricht es den Anforderungen an modernes Bauen und modernen Handel. Das Kaufhaus bietet Waren in 60 Spezialabteilungen auf 25.000 m² Verkaufs- und Lagerfläche an. Mehr als 1.200 Angestellte sorgen sich um die Kunden. Als "jüdisches Kaufhaus" kommt H. & C. Tietz Chemnitz 1933 auf die Boykottliste der NS-Behörde. Der Umsatz bricht ein. Trotzdem versucht der Geschäftsführer Hermann Fürstenheim den Niedergang aufzuhalten und eine „Arisierung“ zu vermeiden. In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wird das Warenhaus geplündert und kurz darauf geschlossen. Hermann Fürstenheim wird in dieser Nacht in seinem Haus erschossen. Beim Bombenangriff am 05.03.1945 erleidet das Kaufhaus schwere Brandschäden und wird nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges den ursprünglichen Eigentümern nicht zurückgegeben.

Erzeugnisse

EInkaufsgelegenheiten

Autor(en): Gisela Strobel, Carola Hütcher

Vorgänger

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